Zahngesundheit in der Schwangerschaft

Eine Schwangerschaft geht mit vielen Veränderungen einher – auch für die Zahngesundheit.

Eine Schwangerschaft geht mit vielen Veränderungen einher – auch für die Zahngesundheit.  In der zahnmedizinischen Betreuung unserer schwangeren Patientinnen steht uns die Gynäkologin Dr. Saskia Jäger mit ihrer Fachkompetenz beratend zur Seite.

Zahnfleischprobleme

Hormone, welche während der Gravidität (Schwangerschaft) produziert werden, tragen zu einer Gefäßerweiterung bei, die auch das Zahnfleisch betrifft. Dadurch wird dieses weicher und durchlässiger, wodurch es für Bakterien leichter wird, sich hier anzusiedeln. Dies kann Entzündungen im Mundraum zur Folge haben. Besonders Karies, Gingivitis und Parodontitis können der werdenden Mutter und unter Umständen auch ihrem Kind Unannehmlichkeiten bereiten. Das Zahnfleisch zeigt sich empfindlich und neigt zu Blutungen. Des Weiteren leiden viele Frauen besonders während des ersten Drittels der Schwangerschaft (Trimester) unter leicht erregbarer Übelkeit. Beide Phänomene können dazu führen, dass die Schwangere die Pflege ihres Gebisses vernachlässigt. Jedoch verstärkt dies die Probleme nur. Unsere Tipps für Sie:

  • Putzen Sie weiter regelmäßig (mindestens zweimal täglich) und gründlich Ihre Zähne und verwenden Sie dabei Zahnseide.
  • Sollte sich das Zähneputzen für das Zahnfleisch unangenehm anfühlen, verwenden Sie eine weiche Zahnbürste, um dieses nicht zusätzlich zu reizen.
  • Sollte es zu Zahnfleischbluten kommen, sparen Sie die angrenzenden Zähne bei der Pflege nicht aus, sondern setzen Sie diese vorsichtig fort. Wenn sich diese Fälle häufen, kommen Sie bitte zu uns und wenden Sie sich an die Zahnärzte in unserer Zahnarztpraxis in Mannheim.
  • Lassen Sie regelmäßig (etwa alle drei bis sechs Monate) eine professionelle Zahnreinigung durchführen, um die entzündungsauslösenden bakteriellen Beläge entfernen zu lassen.
  • Verwenden Sie am besten eine fluoridhaltige Mundspülung ohne Alkohol für weiteren Schutz.
  • Sollten Sie sich erbrechen, warten Sie anschließend circa eine halbe Stunde mit dem nächsten Zähneputzen: Die Magensäure greift Ihren Zahnschmelz an und dieser benötigt einige Zeit, um sich wieder zu regenerieren. Sofortiges Putzen könnte ihn schädigen. Um den unangenehmen Geschmack loszuwerden, können Sie den Mund mit Wasser oder einer fluoridhaltigen, alkoholfreien Mundspülung auswaschen.
  • Fördern Geschmack oder Geruch Ihrer Zahnpasta die mit der Schwangerschaft einhergehende Übelkeit, so wechseln Sie diese vorerst. Gute Nachrichten: Die Übelkeit verschwindet in der Regel nach dem ersten Trimester.
  • Falls Ihr Mund durch die Schwangerschaft äußerst berührungsempfindlich geworden ist, empfiehlt sich der Gebrauch einer Zahnbürste mit kleinem Kopf.
  • Wenn es Ihnen unmöglich ist, Ihre Zähne zu putzen, sprechen Sie uns bitte an. Ihr Zahnarzt bei MED:SMILE, die Zahnarztpraxis in Mannheim, wird Ihnen dann übergangsweise eine geeignete medizinische Mundspülung empfehlen.

Ernährung und Karies

Karies entsteht durch die Säureprodukte von Bakterien. Die hormonelle Umstellung während der Schwangerschaft kann zu Veränderungen der Essgewohnheiten führen. Diese können zur Störung des Gleichgewichts der in der Mundhöhle vorkommenden Bakterien führen. Vor allem der Verzehr von zuckerhaltigen Lebensmitteln hat eine signifikante Vermehrung der Kariesbakterien zur Folge. Deshalb gilt es, Süßigkeiten zu den Hauptmahlzeiten zu verzehren, statt mit Zwischenmahlzeiten zusätzliche Säurebelastungen für Ihre Zähne zu schaffen. Dasselbe gilt übrigens auch für saure Lebensmittel. Eine ausgewogene Ernährung spielt während der Schwangerschaft eine besonders wichtige Rolle, sowohl für Sie als auch für Ihr Kind. Frisches Obst und Gemüse sollten täglich auf dem Speiseplan stehen. Die Mineralstoffe, die Ihr Kind benötigt, erhält es aus dem, was Sie essen und trinken. Dies spielt auch bei der Zahnentwicklung Ihres Kindes eine Rolle. Bereits ab der sechsten bis achten Schwangerschaftswoche entwickeln sich die Keimanlagen der zwanzig Milchzähne und später zweiunddreißig bleibenden Zähne.

Erkrankungen und Behandlungen während der Schwangerschaft

Eine Schwangerschaft verstärkt bereits vorhandene Beschwerden und Entzündungen in der Mundhöhle. Deshalb empfiehlt sich bereits vorher die Durchführung einer Vorsorgeuntersuchung, um bereits bestehende Probleme zu erkennen und zu beseitigen. Auch wenn Sie bereits schwanger sind, sollten Sie mehrmals vorsorglich einen Termin bei uns, Ihrer Zahnarztpraxis in Mannheim, machen.

Während der Schwangerschaft werden zahnmedizinische Behandlungen weitestgehend auf einen Zeitpunkt nach der Geburt verschoben. Die Ausnahme bilden hierbei akute Zahnschmerzen und die tiefe Zahnbettentzündung (Parodontitis). Besonders bei Letzterer ist Vorsicht geboten. Zahnmedizinische Studien haben zutage gebracht, dass die Parodontitis einer werdenden Mutter zu vermindertem Geburtsgewicht ihres Kindes beziehungsweise in einigen Fällen zu Frühgeburten führen kann. Bei der Geburt können sich außerdem Bakterien, die Karies und andere Erkrankungen hervorrufen, auf das Baby übertragen. Deshalb sollte diese Entzündung auch während der Schwangerschaft unbedingt therapiert werden. Während der Vorsorgetermine wird eine Parodontitis-Prophylaxe durchgeführt, um das Risiko dieser Erkrankung so gering wie möglich zu halten.

Generell empfiehlt sich für zahnmedizinische Behandlungen das zweite Trimester, da die sensible erste Phase vergangen ist und die letzte, körperlich belastende Phase noch nicht begonnen hat.

Zahnschmerzen

Sollten Sie während der Schwangerschaft unter Zahnschmerzen leiden, vermeiden Sie bitte Medikamente, die den Wirkstoff Acetylsalicylsäure enthalten, (zum Beispiel ASS, Aspirin und weiteren). Diese können die Schwangerschaft negativ beeinflussen. Wenden Sie sich stattdessen an unsere Zahnärzte in Mannheim. Wir werden Ihnen ein geeignetes Medikament empfehlen.