Ursachen einer Parodontitis

Ebenso wie eine Gingivitis wird eine Parodontitis durch bakteriellen Zahnbelag (auch “Biofilm” oder “Plaque” genannt) ausgelöst, der sich vor allem am Zahnfleischrand und zwischen den Zähnen bildet. Hier können Bakterien leichter entstehen und sich dauerhaft halten, solange sie nicht jeden Tag gewissenhaft entfernt werden. Um die Bakterien und ihre Stoffwechselprodukte (fachlich: Toxine) abzuwehren, kommt es im Körper zu einer durch das Immunsystem ausgelösten Entzündung. Durch die damit einhergehende Mehrdurchblutung im Zahnfleisch, schwillt dieses an und erscheint dunkler, rötlicher.

Einfache Zahnfleischentzündungen (Gingivitiden) klingen in der Regel nach einigen Tagen von allein wieder ab oder können gegebenenfalls behandelt werden (zum Beispiel in Form einer professionellen Zahnreinigung). Ist dies jedoch nicht der Fall, zum Beispiel weil der Biofilm weiter besteht, weitet sich die Entzündung auf die tieferen Bereiche des Zahnhalteapparates aus. Die Verbindung von Zahnfleisch und Zahn geht dadurch verloren. So entwickelt sich aus der einst einfachen Zahnfleischentzündung eine Parodontitis.

Wissenschaftliche Studien haben außerdem ergeben, dass durch genetische Veranlagung eine Neigung des Immunsystems zu übermäßigen Entzündungsreaktionen die Entstehung einer Parodontitis begünstigt.

Weitere Risikofaktoren bilden: Stress, Rauchen, Diabetes und hormonelle Umstellungen (wie zum Beispiel Schwangerschaft oder Menopause). Eine Parodontitis kann sich außerdem von einem Partner auf den anderen übertragen. Dies gilt übrigens auch für Karies! Wichtig ist deshalb eine gründliche eigene Mundhygiene, die regelmäßige Teilnahme an Kontrolluntersuchungen und, falls nötig, die Behandlung eventueller Erkrankungen, um diese nicht innerhalb einer Partnerschaft zu übertragen.